London Calling.

Der Lokschuppen der Bäckerei Geiping.

Was haben Steine und Brote gemeinsam? Beide werden gebacken. Das erste, was Holger Merge seinem Kunden Geiping aus Lüdinghausen auf den Tisch legte, war ein Backstein. „Das ist unser Konzept.“ Nichts weiter. Hubertus und Michael Geiping waren ebenso neugierig wie begeistert. Genau dafür hatte man die Konzeptwerkstatt ja engagiert: dass sie die außergewöhnlichen Ideen liefert, die ihre Bäckerei-Marke nach vorne bringt.

Trip an die Themse.

Bis aus dem Backstein der „Lokschuppen“, das Bäckerei-Café am Handelsstandort Appelhülsener Straße wurde, war es noch ein weiter Weg. Und der führte unter anderem über die Hauptstadt des britischen Empires. „London ist weltweit der Hot-Spot für innovative Food-Konzepte“, weiß Holger Merge von seinen zahlreichen Besuchen auf der Insel zu berichten. Er nutzt jeden nur denkbaren Anlass, und sei es nur für einen paar Stunden, um sich von den Commonwealth-Kulturen seinen Input und die Inspiration für die Ideen der Konzeptwerkstatt zu holen.

 

Ob Princi, Pret oder Gail’s – London inspiriert. Auch die Familie Geiping, die dem Team der Konzeptwerkstatt auf einem ihrer London-Trips folgte und einen aufregenden Tag an der Themse verbrachte.

Freestander – Filiale der Zukunft.

Derart beseelt machte man sich an die Arbeit. Das ist gerade dann besonders hilfreich, wenn es darum geht, in 24 Stunden ein Konzept auf die Beine zu stellen, um den Rat einer Stadt von der Nutzung eines Grundstücks zu überzeugen, das einen Investor gefunden hatte.

 

Die Idee einer Stand-Alone-Lösung ist richtungsweisend – nicht nur für Nottuln, denn es wird überall immer schwieriger für unternehmerisch denkende Bäcker, geeignete Standorte für ihre Vorhaben zu finden. „Raus aus der Vorkassenzone“, lautete deshalb das Credo der Konzeptwerkstatt. „Dem Freestander gehört die Zukunft – nicht nur in der Systemgastronomie“.

„Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden.“

Die Geiping-Filiale in Nottuln sieht aus wie ein alter Lokschuppen, der restauriert und umgebaut wurde. Tatsächlich aber ist er ein Neubau. „Das war schon spannend, wie uns die Konzeptwerkstatt dabei geholfen hat, den Charakter des Gebäudes von innen nach außen zu entwickeln“, erzählt Michael Geiping im Interview des Backjournals. Die Konzeptwerkstatt baute die Weiche zwischen Tradition und Moderne und setzte ihren Kunden auf die Schiene Zukunft mit Herkunft. „Wir wollten das Alte mit dem Neuen verbinden,“ weiß Hubertus Geiping in den Westfälischen Nachrichten zu berichten, „schließlich hat das Bäckerhandwerk eine lange Tradition, entwickelt sich aber auch stetig weiter.“

 

Dass die Fassade des Lokschuppens aus dem Londoner East-End importiert sein könnte, bringt Holger Merge zum Schmunzeln, denn tatsächlich stammen die Steine aus der einem renommierten Klinkerwerk „direkt vor der eigenen Haustür“: Hagemeister aus Nottuln. Dort hat man sich dem Motto des großen Architekten Ludwig Mies van der Rohe verschrieben: „Architektur beginnt, wenn zwei Backsteine sorgfältig zusammengesetzt werden.“ Der Satz könnte aus der Konzeptwerkstatt kommen.

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